Warum vegane Lebensmittel essen, die wie „Fleisch“ aussehen

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Veganer Döner Cibo München
Veganer Döner, Cibo in München

Warum ich vegane Lebensmittel esse, die wie Fleisch aussehen bzw. so heißen

Ich mag die Diskussionen vegan / vegetarisches Essen oder Fleisch ehrlich gesagt nicht besonders. Ich möchte nicht, dass mir jemand vorschreibt was ich essen darf. Also schreibe ich auch niemandem vor, was er essen soll. Ganz einfach eigentlich, oder?

Wenn ich jedoch in letzter Zeit immer wieder Kommentare lese, „warum veganes Essen wie Fleisch ausschauen muss“ und „wie pervers / krank dass doch wäre“, dann wird es mal Zeit für eine kleine Erklärung. Warum ich Sachen esse, die wie Fleisch ausschauen und den Namen von Fleischgerichten tragen.

45 Jahre alt und mehr als 90% Fleischesser

Ich bin 45 Jahre alt und habe bis vor 1,5 Jahren Fleisch gegessen. Viel Fleisch. Sehr viel Fleisch. Vor 1,5 Jahren hab ich auf Gran Canaria beschlossen, einen vegetarischen Monat einzulegen. Der hat mir so gut getan und es ist mir so leicht gefallen, dass ich ihn bis zum heutigen Tag beibehalten habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier geht es ja darum, warum ich Sachen esse, die wie Fleisch ausschauen aber kein Fleisch sind.

Nun, ich habe in den ersten vier Dekaden meines Lebens den Geschmack von Fleisch (?) schätzen und lieben gelernt. Genauer gesagt: Ich mag Hamburger. Schnitzel. Chili con Carne. Fleischpflanzerl. Cordon bleu. Gyros. Döner. Diese Liste könnte ich beliebig fortsetzen.

Ich mag diese Gerichte, weil sie schmecken wie sie schmecken. Nicht explizit, weil totes Tier drinnen ist

Der Punkt ist aber: Ich habe den Geschmack von diesen Gerichten schätzen und lieben gelernt, weil sie schmecken wie sie schmecken. Als mir als Kind die Metzgerin ein Wienerle in die Hand gedrückt hat, habe ich sie genommen und fand sie lecker. Als ich meinen ersten Hamburger gegessen habe, fand ich ihn richtig gut. Genau so ging es mir mit allen anderen Gerichten.

Ich mochte fast alle diese Gerichte schon als Kind. Sie haben für mich damals im übrigen nicht nach totem Tier ausgesehen, sondern nach Chicken McNuggets. Oder eben nach Wienerle. Oder Hamburger.

Niemand hat zu mir gesagt „das ist besonders lecker, weil hier unzählige Hühnchen durch den Fleischwolf gedreht wurden“. Aber darum geht es auch nicht…

In den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten hab ich ein paar Mal versucht, vegetarisch zu leben. Meist, weil mir mit zunehmendem Alter die Tiere dann doch leid getan haben. Immer sind diese Versuche gescheitert. Weil es wenig bis keine leckeren vegetarischen Alternativen gab und mir der Geschmack von Hamburger und Co, an den ich mich so lange gewöhnt hatte, einfach gefehlt hat. Da war die Sehnsucht nach einem Schnitzel größer als das schlechte Gewissen den Tieren gegenüber. Mea culpa.

Vegetarische und Vegane alternativen zu Fleisch, die endlich schmecken

Heutzutage schaut das etwas anders aus, was ich eben letztes Jahr gelernt habe. Ich bekomme Nuggets, die nach meinen gewohnten Nuggets schmecken. Auch wenn ich schon über ein Dutzend Jahre nicht mehr zu Mc Donalds und Co. gehe. Aber das ist eine andere Geschichte

Warum ich (fast) nichts mehr bei McDonald´s, Burger King und KFC esse…

Chili sin Carne schmeckt wie Chili con Carne. Beyond Burger schmeckt nach „echtem“ Burger. Fakt.

Ein Cordon bleu, das nach Cordon bleu schmeckt. Chili sin Carne, das wie Chili con Carne schmeckt und Hamburger, die wie Hamburger schmecken. Aber bei allem mit Hackfleisch funktioniert das ja sowieso heutzutage ohne Probleme… und auch die Liste mit „authentischen Ersatzprodukten“ könnte ich beliebig fortsetzen…

In 2022 schaut es bei mir so aus, dass ich niemandem vorschreibe was er zu Essen hat und ich niemandem erkläre, wie sein Essen hergestellt wird. Ständig muss ich mich jedoch dumm anreden lassen, weil ich Sachen esse die mir seit bald vier Jahrzehnten schmecken, aber für die jetzt eben – anders als in den Jahren zuvor – kein Tier sterben musste.

Das ist das kranke. Nicht, dass es Lebensmittel gibt die wie früher aussehen, aber anders hergestellt wurden.

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